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Kritische Analyse zur Schweinegrippe und deren Impfung und Rundbriefen im Internet

Nachdem ich immer häufiger in sozialen Netzwerken (wie z.B. Facebook.com) Fragen in meiner alten Funktion als Mediziner (ich praktiziere nicht) gestellt bekomme, möchte ich mal versuchen der allgemeinen Panikmache im Deutschen Sprachraum entgegenzuwirken und möglichst objektiv Fakten zusammenzutragen – mit dem Ansinnen das für Laien verständlich darzustellen, das bedingt immer den Preis in streng wissenschaftlichen Kriterien angreifbar zu werden. Aber das Zielpublikum für diesen Beitrag soll nicht das Fachpublikum sein.

Das Problem stellt sich für mich so dar, dass ein Panikverhalten sowohl bei Impf-Befürwortern als auch Impf-Gegnern über die Medien transportiert wird. Man kann sich schon fast darüber freuen, wenn andere Meldungen für ein paar Tage die Schocknachrichten im Zusammenhang mit Schweinegrippe verdrängen. Dabei ist der Dissens zwischen Impf-Befürworten und Impf-Gegnern meist ein Grundsätzlicher, nicht neu und eigentlich das Normalste der Welt.

Erstaunlich finde ich jedoch, dass die wenigsten Medien überhaupt über die Herkunft der Schweinegrippe berichten und auch eher schlecht als recht laienhaft komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge zu erläutern versuchen. Selbst renommierte, öffentlich-rechtliche Sendeanstalten scheinen nicht mal minimalsten Grundlagenrecherchen zu betreiben. Natürlich werden sie diese Recherchen machen, aber die Ergebnisse sind entweder nicht populär oder passen nicht in die knappen Sendezeitfenster.

Was ist die Schweinegrippe / Neue Grippe?
Schweinegrippe (Porzine Influenca) gibt es seit Jahrzehnten, und die Übertragung auf den Menschen ist gelegentlich gegeben (durch Vermischung mit humanpathogenen Viren z.B. bei der spanischen Grippe) aber im Regelfall eben nicht. Bei der H1N1-Influenza 2009 geht man nicht mehr von einem Zusammenhang mit Schweinen aus. Das hat die Zeit sehr gut in Ihrem Artikel “Kein Schwein hat Schweinegrippe” beschrieben, scheint aber in den meisten Medien untergegangen zu sein.

Wir reden fortan in diesem Beitrag nur noch von der “Neuen Grippe”: H1N1. (Um die Erkenntnis auszudrücken, dass Influenzaviren über Artgrenzen hinweg übertragen werden können, setzte die Weltgesundheitsorganisation ab 1980 eine Nomenklatur durch, die sich an den beiden wichtigsten Oberflächenantigenen Hämagglutinin (= H) und Neuraminidase (= N) orientiert. Auf die Wirtsart wird dabei keine Rücksicht mehr genommen). Die Wikipedia publiziert eine sehr gute Zusammenstellung über den aktuellen Wissensstand dieser “Neuen Grippe“. Die Wikipedia schreibt zu Recht, dass Ende April 2009 die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einer weltweiten Verbreitung (Pandemie) warnte. Das ist auch so richtig, aber was ist neu? Warum heißt die Neue Grippe, wie die Spanische Grippe H1N1?!? Die Vogelgrippe klang mit H5N1 wesentlich “moderner”. Was ist neu an der Neuen Grippe? Und warum reden wir jetzt von einer Pandemie, wenn es H1N1 schon mindestens 1918 gab (wahrscheinlich schon davor, da bei der Spanischen Grippe die über 45-Jährigen meistens immun waren), 1976 und mit Sicherheit dazwischen nicht einfach verschwunden war, zumindest offensichtlich nicht gänzlich. Nun es sind weitere strukturelle Änderungen des Sub-Typen H1N1, die den Unterschied ausmachen. Also wissenschaftlich gesehen, tatsächlich ein leicht anders gestaltetes Virus, aber immer noch zum Typen H1N1 gehörend. Die wenigsten Medien machen darauf aufmerksam, dass die WHO Anfang 2009 die Kriterien für die Erklärung einer Pandemie geändert haben. Vorher musste sich wirklich ein neuer Subtyp (z.B. die Vogelgrippe H5N1) entdecken lassen um von einer Pandemie zu sprechen. Seit Anfang 2009 reichen aber schon kleinste strukturelle Änderungen. Sehr gut ist das im folgenden Artikel “WHO pandemic definition too broad, doctor contends” von Stuart Paterson beschrieben.

Die offizielle Definition der WHO lautet sein Anfang des Jahres:

The WHO defines a pandemic as occurring “when an animal influenza virus to which most humans have no immunity acquires the ability to cause sustained chains of human-to-human transmission leading to community-wide outbreaks. Such a virus has the potential to spread worldwide, causing a pandemic.”

Wichtig ist zu erwähnen, dass die WHO die Letalität (Sterblichkeit) nicht als Kriterium definiert (wie es viele Mediziner definieren), sondern ausschliesslich die Morbidität (Erkrankungshäufigkeit) betrachtet. Im Grunde genommen betrachtet die WHO sogar “nur” die Verbreitung. Das heisst bei einer unwahrscheinlichen Verbreitung von nicht pathogenen Viren, könnte man ggf. immer noch von einer Pandemie sprechen.

Nun wissen wir also, dass es sich bei der Schweinegrippe um eine Pandemie einer Neuen Grippe einer Mutation eines altbekannten Virus (nämlich H1N1) handelt. Warum nun der ganze Wirbel? Auslöser waren sicherlich die ersten Todesfälle in Nordamerika (USA) und Mexiko und die Tatsache, dass gesunde “Jugendliche” unter den Todesopfern waren, und dass H1N1 zurecht schon 1918 und 1976 gezeigt hat, dass es durchaus ein ernst zunehmendes Virus ist. Die genau Erforschung der Pathogenese der “Neuen Grippe” ist noch nicht abgeschlossen, man geht aber jetzt davon aus, dass eventuell bei den vor 1976 geborenen eine gewisse Immunität vorherrscht. Richtig ist es jedoch, dass die Forschung, folglich auch die Pharmaindustrie mit Nachdruck nach einem neuen Impfstoff spezifisch auf die neue(!) Variante von H1N1 gesetzt hat. Richtig auch, dass die meisten Regierungen der industriellen Ländern, Impfstoff vorbestellt haben. Was wäre los, wenn die Regierungen jetzt ohne Impfstoff vor Ihren Bürgern stehen würden? Das ist Gesundheitswesen und das ist die Gemeinpflicht eines jeden industrialisierten Landes: für das Wohlergehen seiner Wähler/Bürger zu sorgen.

Welche Impfstoffe sind verfügbar?
In Europa sind 3 Impfstoffe zugelassen worden, deren Unterschied in der Produktion liegt:
Celvapan” (Baxter) wird aus kompletten Virenhüllen produziert,
Focetria” (Novartis) und “Pandemrix” (GlaxoSmithKline) aus Bruchteilen.

Die Produktion von “Focetria” und “Pandemrix” haben den Vorteil, dass weniger Virenmaterial gezüchtet werden muss, sich also mehr Impfstoff in kürzerer Zeit produzieren lässt. Das hat in der BRD den Ausschlag gegeben, für die Bevölkerung Pandemrix zu besorgen: damit können vier statt nur ein Mensch geimpft werden. Damit der Impfstoff aus Bruchstücken allerdings auch wirksam ist, muss er verstärkt werden – mit Zusatzstoffen, über deren Nebenwirkungen nun seit Wochen gestritten wird.

Zurzeit kursiert zum Beispiel im Internet eine Brief von meiner Kollegin Juliane Sacher:

Die beiden Impfstoffe gegen die so genannte “Schweinegrippe” Pandemrix® und Focetria®, enthalten als Adjuvans (Wirkverstärker) Squalen.

Beim Menschen ist Squalen bei den US-Soldaten des ersten Golfkriegs als Impfverstärker eingesetzt worden. 23-27%, also jeder Vierte von ihnen und auch solche, die zu Hause blieben(!), bekamen die sog.Golfkriegskrankheit,mit chronischer Müdigkeit,Fibromyalgie (Muskelrheuma), nebenGedächtnis- und Konzentrationsproblemen,
persistierenden Kopfschmerzen, Erschöpfung und ausgedehnten Schmerzen charakterisiert.

Die Krankheit kann auch chronische Verdauungsprobleme und
Hautausschlag einschließen.

Die Erkrankung hat sich seit 1991 also seit 18 Jahren nicht gebessert.Bei 95% der Geimpften mit Golfkriegssyndrom wurden Squalen-Antikörper gefunden, bei den Geimpften aber nicht Erkrankten bei 0%.

Erst nach mehr als 10 Jahren wurden die Schäden vom US-Verteidigungsministerium anerkannt.

Wenn die Bundesregierung ihren Willen durchsetzt und 35 Millionen Menschen geimpft werden, ist damit zu rechnen, dass 8-9 Millionen Bundesbürger für die nächsten Jahrzehnte unter chronischer Müdigkeit und Fibromyalgie etc. leiden werden.

Geben Sie dieses Email bitte an möglichst viele ihrer Bekannten weiter.

Juliane Sacher
Fachärztin für Allgemeinmedizin
Bergerstr. 175
60385 Frankfurt
T: 069 – 921 89 90
F: 069 – 921 89 990
www.praxis-sacher.de

Teilweise rudert Frau Kollegin schon auf Ihrer Homepage zurück mit Ihrem neuen Beitrag:

Ich habe meine impfkritische Mail am 4.11.09 so wie seit Jahren an einige Menschen, die ich kenne, geschickt und bekomme seitdem Hunderte von Antwortmails, Telefonaten und Faxe – und ein Ende scheint nicht in Sicht…. Ich habe in all den Jahren sowas noch nicht erlebt. Völlig unerwartet wurde diese Mail an Tausende Menschen verschickt… Unser Praxisbetrieb ist völlig blockiert davon und ich sitze seit Tagen in jeder freien Minute am PC und beantworte Mails….

Ich habe mich in meiner Ursprungsmail auf Arbeiten bezogen, die einen Zusammenhang zwischen Squalen und Golfkriegssyndrom gesehen haben.

Ich gebe zu, dass das nicht so geschickt war, weil einige Autoren später darlegten, dass das Golfkrieg-Syndrom nichts mit Squalen zu tun gehabt haben kann, weil in dem Impfstoff kein Squalen vorhanden gewesen sein soll.

Für mich bleibt trotzdem die Frage, warum fast 100%, nämlich 95% der Menschen, die krank waren, Squalenantikörper aufwiesen und die, die nicht krank waren, KEINE Squalenantikörper hatten. Dieses Ergebnis spricht dafür, dass die Erkrankung in Zusammenhang steht mit Squalenantikörpern.

Es gibt – unabhängig vom Golfkrieg-Syndrom eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten, die schwere Nebenwirkungen von Squalenen aufzeigen.

Carlson BC, Jansson AM, Larsson A, Bucht A, Lorentzen C: Endogenous adjuvant squalen can induce a chronic T-cell mediated arthritis in rats; Am J Pathol 156(6), 2057-2065 (2000)
Smialek M, Gajkowska B, Ostrowski RP, Piotrowski P: Experimental squalen encephaloneuropathy in the rats; Folia Neuropathologica 35(4) 262-264 (1997)
Gajkowska B, Smialek K, Ostrowski RP, Piotrowski P, Frontezak-Baniewicz M: The experimental squalen encephaloneuropathy in the rats; Exp. Toxicol Pathol 5 ; 75-80 (1999)
Squalen erzeugt also im Tiermodell eine analoge Krankheit zur MS (EAE).

Im übrigen ist Squalen als Adjuvans ist derzeit von der FDA nicht anerkannt – weder das MF59 von Novartis noch das ASO3 von Glaxo-Smith-Kline (GSK).

Ich kann nicht jedem Einzelnen in einer Antwortmail über die Schweinegrippe, H1N, und die Impfungen etc. aufklären. Wer etwas wissen möchten, kann auf meine homepagewww.praxis-sacher.de gehen. Ich werde mich bemühen, dort die jeweils neuesten Sachen zu veröffentlichen.

Noch was:
Vor einigen Tagen trafen sich die Amtsleiter Hessischer Gesundheitsämter. Auf diesem Treffen stellte sich heraus, dass über 70% sich selbst nicht impfen lassen würde! Das Protokoll der Dienstbesprechung wurde als “geheimes ” Papier an die Presse gegeben….Diese Info wurde vor ein paar Tagen im ZDF gesendet.

Nun, ich möchte mich hier jedweder direkten Kritik entbehren, wundere mich aber, dass jeder der mir die email weiterleitete (und das waren nicht wenige), sich nicht mal die Mühe machen ein wenig im Internet zu recherchieren. Zum einen findet man hier folgenden Schweinegrippeimpfstoff enthält mysteriöses Squalen” aber eine schnelle Recherche in der Wikipedia gibt weiteren Aufschluss über Squalen.

Am 12.11.2009 hat das Paul-Ehrlich-Institut Stellung genommen in folgendem Beitrag: “Stellungnahme zu Risiken, die im Zusammenhang mit Squalen diskutiert werden: Squalen bzw. Squalen-Antikörper als angebliche Auslöser für das ‘Gulf war syndrome’ “, der keine Fragen mehr offen lässt und auch dem nicht-medizinisch-gebildeten Laien Aufschluss geben sollte, dass nach derzeitigem wissenschaftlichen Erkenntnisstand Squalen unbedenklich ist.

Zu dem angesprochenen Beitrag im Nachrichtenmagazin Frontal 21 hat das Paul-Ehrlich-Institut ebenso Bezug genommen, mit dem Beitrag “Stellungnahme des Paul-Ehrlich-Instituts zu Behauptungen, dass Pandemrix nicht hinreichend in klinischen Prüfungen getestet wurde (Sendung Frontal 21 vom 10.11.2009)“.

Impfrisiken?
Jede Impfung birgt Risiken in sich, nicht umsonst ist jede Spritze ein Eingriff die Privatsphäre eines Menschen und Bedarf dessen Einwilligung. Ohne Einwilligung ist der Tatbestand der Körperverletzung erfüllt. Allerdings schafft der 3. Bericht: Information zu Verdachtsfallberichten, KW 44-47 des Paul-Ehrlich-Instituts eine eindeutige Faktenlage: der Impfstoff ist sicher. 451 Verdachtsfälle bei zwischen 2,5 und 4,8 Millionen verabreichten Dosen Pandemrix sind statistisch zu vernachlässigen.
Zu dem sind die detaillierten Analysen zu den 451 Verdachtsfällen extrem aufschlussreich. Bis auf eine Handvoll konnten alle Verdachtsfälle ausgeräumt werden. Es ist verständlich, dass der medizinische Laie betroffen ist, wenn ein vermeintlich gesunder Mitbürger, kurz nach einer Impfung stirbt, aber es ist falsch immer eine Kausalität herstellen zu können. Jeden Tag sterben Menschen “plötzlich”, aus “heiterem Himmel” und die Obduktion liefert eine pathologische Erklärung, die nicht nach aussen ersichtlich war.

Wer allerdings zu den wenigen Verdachtsfällen gehört, hat natürlich erstmal schlechte Karten. Bei den Verdachtsfällen mit nachweislichem Bezug zur Impfung sind das genau die Risiken, die jeder Impfung obliegen. Und hier sind wir bei einem ganz spannenden Punkt. Bei schwerwiegenden Erkrankungen wir dem Wundstarrkrampf (Tetanus), würde sich jeder sofort impfen lassen, bei gleichen Risikopotentialen für die Impfung an und für sich. Es gehört hier zum beruflichen ärztlichen Ethos, seinen Patienten darüber aufzuklären, dass jeder medizinische Eingriff Risiken in sich birgt, und jeder Patient muss für sich abwägen ob er dieses marginale, aber letztlich vorhandene Risiko eingehen möchte.

Zum Teil unsichere Aufklärung von Richtlinien der Betriebsärzte
Auch in meiner Firma ist es so, dass Betriebsärzte nicht gegen die Neue Grippe impfen, aber sehr wohl gegen die saisonale Influenza. Was gelegentlich fehlt ist die Aufklärung warum das so ist. Der Bund und die Länder haben sich in der BRD den Impfauftrag für die Neue Grippe auf die Fahne geschrieben, insofern wäre es sogar falsch, wenn andere Gruppen sich des gleichen Auftrages annehmen. Die saisonale Grippenimpfung macht aus 2 Gründen Sinn: erstens, gibt der H1N1-Impfschutz keine Schutz gegen die saisonalen Influenza-Viren, und zweitens gibt es tatsächlich die Möglichkeit, dass man zeitgleich eine saisonale Influenza und die Neue Grippe bekommt, mit Folgen die nicht absehbar sind. Tatsächlich ist davon auszugehen, dass eine solche Superinfektion (neben dem Risiko, von Kreuzmutationen) unter Umständen schwerwiegende Folgen haben kann.

Händewaschen hilft?
Es steht völlig ausser Frage, dass die gestiegene Lebenserwartung in hoch entwickelten Ländern zu einem grossen Teil auf den gestiegenen Hygiene-Standards basiert. Dazu gehört auch das obligate Händewaschen nach einem Toilettengang. In vielen öffentlichen und betrieblichen Toiletten, hängen seit ein paar Monaten genaue “Wasch-Anleitungen”. Sicherlich ist es richtig, seine Hände zu waschen, man sollte sich aber nicht darauf verlassen, dass das jeder macht. Nicht umsonst sind die Türklinken von Badezimmertüren eine Freude für jeden Hygiene-Mediziner. Ich bin erstaunt, dass diese Tafeln nicht den Hinweise geben, wie man mit einem Tuch die Tür aufmacht und eben dort ein Abfalleimer zur Entsorgung steht. Solange man beim Händewaschen auch nicht empfohlen bekommt seine (n) Ring(e) abzulegen, bleiben die Hände eine willkommenes Überträger-Medium für jedes Virus. Am Rande sei nur erwähnt, dass ich einen Kollegen erlebt habe, der mir wegen der Neuen Grippe den Händedruck verweigerte, aber keine 5 Minuten später nervös von mir die Kaffeekanne gereicht bekommen wollte. In Kürze: Hygiene ist ein Muss, aber letztlich kann es ein Infektionsrisiko maximal verkleinern.

Formalin im Impfstoff? Quecksilber?
Richtig, Formalin/Formaldehyd ist seit dem 2. Weltkrieg das Mittel um Virenstämme in Impfstoffe zu inaktivieren. Es empfiehlt sich diesen Artikel über Formalin zu lesen und sich selber ein Bild zu machen. Wie immer macht die Dosis das Gift. Der rauchende Impfling muss sich jedenfalls keine Sorgen machen. Mit jeder Zigarette inhaliert er mehr Formaldehyd. Pandemrix beinhaltet außerdem noch die Quecksilberverbindung Thiomersal als Konservierungsstoff. Das macht das Serum haltbarer als das schnell verderbliche Celvapan. Allerdings gilt das 2,5 Millionstel Gramm pro Impfdosis nach derzeitigem medizinischem Kenntnisstand als undenklich. Hierzu lesenswert ist der Fokus-Artikel: Guter Impfstoff, schlechter Impfstoff.

Tamiflu? Relenza?
Tamiflu von Roche (Wirkstoff Oseltamivir) und Relenza (Wirkstoff Zanamivir) von GlaxoSmithKline gehören keineswegs als verschreibunspflichtige Medikamente aus gutem Grunde zur Selbstmedikation. Die Indikation ist eng, die Nebenwirkungen bekannt (“Ärzte befürchten massive Tamiflu-Nebenwirkungen“) und Resistenzen (“Werfen Sie das Tamiflu weg“) schon heute bekannt. Ohne medizinische Anamnese und genau Abwägung (bei z.B. Hochrisikopatienten) ist vom unüberlegten Einnehmen von diesen Virostatika (die das Virus hemmen, nicht töten) dringend abzuraten.

Impfen Ja / Nein?
Das Problem bei der Impfung gegen “Erkältungen” sind per se, dass sich deren Viren schnell ändern. Nicht im strengen Sinne einer Mutation (das wäre ein neuer Typ: z.B. H5N1, etc.), sondern eines Gen-Drift, oder Gen-Shift. Insofern müssen Impfungen gegen die saisonale Grippe jedes Jahr wiederholt werden und bieten keinen lebenslangen Schutz. Wir haben schon erläutert, dass jede Impfung ein minimales Risiko in sich birgt, und insofern muss jeder für sich selber beschliessen, ob er sich pro-aktiv impfen lassen möchte, oder aber das Risiko einer Erkrankung eingeht. Bei einem gesunden Menschen ist diese Entscheidung wahrscheinlich schwerer, als bei einem Kranken, hier kann eine Erkältung zu ernsten Komplikationen führen und diese Vorerkrankungen relativieren in der Regel die leichten Risiken einer Impfung und sind somit in der Regel eine klare Indikation einem Patienten die Impfung nahe zu legen.

Bei der Neuen Grippe verhält es sich (derzeit!) nicht anders. Es muss jeder für sich abwägen ob er das Risiko einer Infektion und schwerwiegenden Folgen für höher hält, oder das Risiko einer Impfungen und potentieller Folgen. Man kann jedoch ruhigen Gewissens sagen, dass die Impfung nach jetzigem Stand der Erkenntnissen keine höheren Risiken aufweist, als die “normale” saisonale Grippe-Impfung. Allerdings ist das auch richtig für die Neue Grippe an sich. Der Verlauf in den Wintermonaten in der südlichen Hemisphäre war sehr benigne, ja scheint sogar die saisonale Grippe verdrängt zu haben. Auch der Verlauf der Neuen Grippe in Europa ist bis jetzt nicht spektakulär. Insofern obliegt es jedem Einzeln (nach jetzigem Kenntnisstand) sich selber in einer freien Entscheidung die Risikofrage zu beantworten und sich für oder gegen die Impfung zu entscheiden. Die vollen Praxen (mit ggf. langen Schlangen und Wartezeiten) können natürlich eine potentielle Gefahrenquelle sein, sich die Neue Grippe oder eine saisonale Grippe einzufangen, bevor der Impfstoff überhaupt anschlägt. Besser wäre es individuell mit Ihrem Hausarzt einen Termin zu vereinbaren.

Fazit
Jeder Patient soll sich selber (entsprechend seiner gesundheitlichen Verfassung) ein Bild der Lage machen und mit seinem Therapeuten reden. Die allgemeine Panikmache (im Bezug auf die Gefahr der Neuen Grippe, wie aber auch den Gefahren der Impfung) erscheint mir derzeit überzogen. Jede Therapie/Prophylaxe birgt Ihre eigenen Risiken, es bleibt letztlich die basisdemokratische, eigene Entscheidung ob man sich impfen lässt oder nicht. Die Abwägung erscheint derzeit nicht anders zu sein, als bei der normalen saisonalen Influenza. Von einer Eigenmedikation mit Virostatika, oder sogar deren Einsatz als Prophylaxe kann nur dringend abgeraten werden. Jeder gute Hausarzt, wird mit seinem Patienten neutral die Pros und Cons besprechen und gemeinsame die vermeintlich richtige Entscheidung nach Kenntnis der Fakten treffen. Die Sicherheit die richtige Entscheidung getroffen zu haben, wird es leider individuell gesehen erst später geben (nach erfolgter noch nicht-erfolgter Impfung).

Ich persönlich habe mich derzeit noch gegen eine Impfung entschieden, im Vertrauen noch an keinen schwerwiegenden Vorerkrankungen zu leiden, angesichts der extrem geringen Mortalität der Neuen Grippe und der Tatsache, dass die meistens Krankheitsverläufe der Neuen Grippe beim nicht vorbelasteten Patienten relativ problemlos sind und nicht zuletzt weil ich anscheinend noch zu keiner der bekannten Risikogruppen gehöre.

Diese Entscheidung kann sich als falsch herausstellen, oder muss vielleicht in ein paar Wochen / Monaten revidiert werden. Dafür muss man genau den Verlauf der Neuen Grippe beobachten und ich wäre dankbar wenn sich mehr Medien genau dieser Aufgabe mit mehr Seriosität annehmen würden und ebenso die Impfungen objektiv analysieren würden, anstatt die Ausnahmen vermeintlich zu Regelfällen hochzustilisieren.

In anderen Worten, ich folge dem hippokratischen Prinzip “Primum nil nocere” (“Zuallererst nicht schaden!”) und klammere für mich das minimale Restrisiko der Impfung aus, allerdings zum Preis einer potentiellen Gefährdung durch eine schwerwiegende Infektion oder einer noch nicht bekannten belastenden Vorerkrankung. Kein Wissenschaftler dieser Welt, kein Mediziner dieser Welt, kann jemandem diese individuelle Antwort abnehmen, wenn man zu keiner Risikogruppe gehört. Ob es einem gefällt oder nicht, wird man wohl leider derzeit nicht daran vorbeikommen, selber eigenmächtig zu versuchen die richtige Entscheidung zu treffen. So oder so, wird man statistisch gesehen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht an den Folgen der Entscheidung sterben.